Dreimal Soulfood to go

Wie sagt man so schön: Aller guten Dinge sind drei. Oder doch vielleicht vier? Lissi Schmitt aus Birmensdorf hat sich seit Beginn des Lockdowns bereits dreimal Soulfood über den Uetliberg liefern lassen. Und überlegt nach der letzten Lieferung, ob vielleicht doch noch eine vierte, finale Musikeinlage vor der Haustür drin wäre. Musikalisches Soulfood macht offenbar süchtig.

Was motiviert Lissi, wie hat die Nachbarschaft reagiert und welches war ihr bisheriges Konzerthighlight?

Für die dritte Lieferung nach Birmensdorf sind wir selber mit dem Velo den Uetliberg hochgestrampelt und haben uns mit Delivery-Rekordhalterin Lissi Schmitt zum Gespräch getroffen.

 

Wie hast du vom Projekt Soulfood Delivery erfahren?

Ich habe in der NZZ am Sonntag den Artikel über Soulfood Delivery gelesen – und die Idee hat mir sofort gefallen. Wir haben hier diesen wunderschönen Hof und all die Nachbarn, mit denen wir normalerweise immer Grillparties veranstaltet haben. Dann kam der Lockdown, es durften sich nicht mehr als fünf Leute treffen – da war das Soulfood-Projekt eine tolle Sache, um zusammenzukommen.

 

Welches war die erste Musiklieferung?

Beim ersten Konzert Ende April war Hyazintha Andrej hier, die Bach-Suiten auf dem Cello gespielt hat. Das war so toll. Und man hat gespürt, wie es allen Leuten gefehlt hat, sich zu treffen und gemeinsam etwas zu erleben.

 

Und danach wusstest du gleich, dass es eine Wiederholung geben soll?

Ja, danach stand sofort fest: Das machen wir wieder – am liebsten einmal pro Monat. Wir haben daraufhin noch drei weitere Hofkonzerte veranstaltet. Nach Hyazintha hatten wir den Perkussionisten Lukas Mantel zu Gast, danach kam der Singer-Songwriter Native, den ein Nachbar kannte. Und zuletzt nun die Sängerin Rosa María Hernández mit ihrem heutigen Auftritt.

 

Du sprichst immer von «Wir». Wer ist damit gemeint und wie habt ihr die Konzerte koordiniert?

«Wir», das sind die 13 Mietparteien aus zwei gegenüberliegenden Mehrfamilienhäusern mit dem tollen Innenhof in der Mitte. Dazu kommen noch weitere Familien aus dem Quartier. Da wir im Hof oft Apéros machen oder gemeinsam grillieren, haben wir eine WhatsApp-Gruppe. So haben wir dann auch die Konzerte geplant.

 

War es einfach, die Termine für die Deliveries zu finden?

Bei der ersten Lieferung war das noch total easy, da haben wir das Konzert zwei Tage im Voraus geplant. Es war eigentlich jede*r zuhause. Inzwischen ist es etwas schwieriger geworden, da die Leute jetzt wieder mehr Verpflichtungen haben. Dazu kamen dann noch die Sommerferien. Deswegen haben wir im August ausgesetzt und den dritten Termin auf den September gelegt.

 

Werft ihr das Geld für die Künstler*innen dann in einen gemeinsamen Topf?

Genau, wir machen es so, dass jede Familie 30 Franken bezahlt – manche geben freiwillig auch etwas mehr. Das legen wir dann zusammen.

 

Und war’s das jetzt – oder habt ihr weitere Deliveries geplant?

Wir planen schon seit dem ersten Abend ein zweites Konzert mit Hyazintha, und zwar ihr Duo-Programm zusammen mit ihrem Partner, dem Kontrabassisten Florian Kolb. Hyazintha hat uns wirklich begeistert, sie ist unglaublich gut, da waren sich alle Nachbarn beim ersten Konzert einig.

Sofern das Wetter mitspielt, laden wir die beiden in den nächsten Wochen ein. Wir finden, das wäre ein schöner Abschluss.